Mehrteilige Geschichtsserie

Teil 1: Gründerjahre einer Bahn

Berlin um 1890 hatte sich rasant zur Industrie- und Handelsmetropole mit rund 1,5 Millionen Einwohnern entwickelt. Der Ausbau des Verkehrsnetzes, insbesondere der Eisenbahn, machte die Stadt zunehmend erreichbar. Gleichzeitig wuchs der Bedarf an Rohstoffen für Bau und Industrie, die im Kreis Niederbarnim reichlich vorhanden waren. Obwohl geografisch nahe gelegen, waren dessen Orte nur mühsam zu erreichen – eine schnelle Verkehrsanbindung war daher Voraussetzung für wirtschaftliche Teilhabe.

Mit der Novellierung des Preußischen Kleinbahngesetzes 1892 wurde der kostengünstige Bau von Nebenbahnen möglich. Der Kreis Niederbarnim beschloss 1897 den Bau einer eigenen Eisenbahn von Liebenwalde über Basdorf nach Reinickendorf-Rosenthal sowie eines Abzweigs nach Groß Schönebeck. Nach Planung und Genehmigung durch Clemens Mirau und der Konzession durch König Wilhelm von Preußen wurde 1900 die Bahngesellschaft gegründet.

Der Bau der Strecke verlief zügig: Bereits Ende 1900 waren über 66 Kilometer Gleis verlegt. Im Mai 1901 wurde die Bahn ohne Beanstandungen abgenommen und am 20. Mai feierlich für den Personenverkehr eröffnet. Die neue Verbindung halbierte die Reisezeit nach Berlin und entwickelte sich rasch zu einem wichtigen Faktor für Gütertransport, Pendlerverkehr und Ausflüge. Besonders der Wandlitzsee zog viele Besucher an; 1905 entstand dort ein neuer Haltepunkt. Mit dem wachsenden Ausflugsverkehr setzte sich der Name „Heidekrautbahn“ durch. Die Fahrgastzahlen stiegen stetig und erreichten 1918/19 rund 1,5 Millionen; sogar Elektrifizierungs- und Erweiterungspläne wurden diskutiert.

Den ausführlichen Artikel zum Teil 1 der mehrteiligen Lesereihe "Gründerjahre einer Bahn" lesen Sie hier!

 

Überblick Geschichtsserie

 Teil 1: Gründerjahre einer Bahn

 Teil 2: Wie die NEB zu ihrem Namen kam | Jetzt lesen

 Teil 3: Zwischen Modernisierung, Anpassung und Krieg | Jetzt lesen

 Teil 4: Nachkriegswirren | Jetzt lesen

 Teil 5: Einschnitte und Abzweige | Jetzt lesen

 Teil 6: Wiedererwachen | Jetzt lesen

 Teil 7: Regionaler Personenverkehr und klimafreundliche Modernisierung | Jetzt lesen