RADTOUR DURCH DAS SEENLAND ODER-SPREE

Heute liegen etwa 40 Kilometer vor uns. Die Tour trägt den Namen „Adler trifft Zander“. Man kann das getrost wörtlich nehmen: Der Adler gleitet majestätisch über die Landschaft des Scharmützelsees, und der Zander findet sich lecker zubereitet auf dem Tisch am Ende der Tour. Oder aber: Hier erlebt man das Seenland Oder-Spree von A bis Z.

Los gehts wahlweise in Wendisch Rietz oder Bad Saarow. In beiden Orten findet sich ein Radverleih, bei dem man die Räder am Ende der Tour wieder abgeben kann. Wer mit dem eigenen Rad anreist, hat die Möglichkeit, die Tour nach jeweils rund einem Drittel der Strecke abzukürzen.

Unser Vorschlag: Beginnen wir in Wendisch Rietz. Der rund 15 Minuten lange Weg vom Bahnhof zum Feriendorf mit der Radstation macht deutlich, welche rasante Entwicklung dieser Ort in den vergangenen Jahren genommen hat. Aus einem verträumten Fischerdorf am Südzipfel des Scharmützelsees ist einer der attraktivsten Urlaubsorte Brandenburgs geworden – mit Kindertierhof, Minigolfanlage und vielem mehr. Wo einst die Familiensauna „SATAMA“ ein Geheimtipp für Freunde des heißen Aufgusses war, erstreckt sich jetzt eine regelrechte Saunalandschaft und ein ausgedehntes Feriendorf im skandinavischen Stil drum herum. Ein Besuch lohnt sich. Die Rezeption des Feriendorfs dient zugleich als Radverleih.

Von Wendisch Rietz aus geht es in Richtung Bad Saarow, immer den Ausschilderungen nach. Es empfiehlt sich allerdings, die Kräfte gut einzuteilen, denn es kann in Brandenburg ziemlich hügelig werden – wie hier, am Ufer des Scharmützelsees. Die Strecke verläuft teilweise auf einer wenig befahrenen Landstraße. Nächste Station ist Diensdorf-Radlow. Mitten im Ort lädt eine große Liegewiese unter Schatten spendenden Bäumen je nach Jahreszeit zum Träumen am Wasser oder zum abkühlenden Sprung in den See ein. Weiter geht es durch den Bad Saarower Ortsteil Pieskow, vorbei am Klinikum, das vor wenigen Jahren einen eigenen Bahnanschluss bekam, nach Bad Saarow.

Der Radweg durch Bad Saarow führt mitten durch die Parklandschaft dieses bezaubernden Ortes. Rechts und links des Weges stehen die Villen, deren einstige Bauherren ganz offensichtlich an nichts sparen mussten. Den Blick vom Nordufer über den See, dessen Ende hinter dem Horizont verschwindet, lässt selbst den eiligsten Radler anhalten und die wenigen Meter zum Ufer zu Fuß zurücklegen. Möglichkeiten zur Einkehr bieten sich zahlreiche.

Von Bad Saarow aus führt die Strecke nun über Reichenwalde nach Storkow. Das Etappenziel liegt noch rund 4 Kilometer hinter Storkow an der B246 in Richtung Königs Wusterhausen: die Fischerei-Erlebniswelt von Groß Schauen. Auf beiden Seiten der Straße bittet je ein Fischrestaurant zu Tisch. Und wer sie nicht sieht, der kann sie vielleicht riechen: Jedes hat seine eigene Räucherei. Und natürlich liegen die Fischteiche direkt vor der Tür. Wer den frischen Fisch lieber im eigenen Heim zubereiten will, ist hier natürlich auch richtig.  
Auf dem Gelände der Fischerei Köllnitz betreibt die Heinz Sielmann Stiftung in einem alten Fischerhaus eine Ausstellung über die Naturlandschaft Groß Schauener Seen. Die Stiftung hat über die Hälfte des Naturschutzgebietes in eigene Regie übernommen und unternimmt vielfältige Aktivitäten, um seltenen, bedrohten Tier- und Pflanzenarten ein Refugium zu verschaffen. Die Ausstellung erzählt zum Beispiel vom Leben des scheuen Fischotters.

Dann gehts zurück nach Storkow. Hier gibt es viel zu erleben: der MitMachPark Irrlandia, das Kuriositätenmuseum vom Tour-de-France-Teufel Didi Senft und eine der größten Binnendünen Brandenburgs. Es ist nicht nur der feine Ostsee-Sand, der den Besuch dieses Naturphänomens aus der Eiszeit lohnt. Die Pflanzenwelt scheint hier verrückt zu spielen, denn auf der Düne wachsen hochspezialisierte Pflanzen, die ebenso Kälte wie Hitze, Trockenheit wie Nässe vertragen. Die Düne ist ein Biotop der Extreme. Fast unmittelbar an das Nordufer des Großen Storkower Sees grenzend, erhebt sich die Düne. Vom ca. 36 Meter hohen Aussichtspunkt kann man viele seltene Vogelarten beobachten.

Der Rückweg nach Wendisch Rietz meidet die B246. Die Fahrt geht auf einer wenig befahrenen Straße und einem idyllischen Radweg durch den Wald am Storkower See entlang zurück zum Ausgangspunkt. Die RB36 bringt uns nach Königs Wusterhausen oder nach Frankfurt (Oder), ganz nach Belieben.


 

Heinz Sielmann (1917–2006)

„Fossil des Naturfilms“ nannte ihn die Süddeutsche Zeitung, als er auf fast 60 Jahre Filmarbeit zurückblicken konnte. Zwar brachte Sielmann auch Bilder von den Galapagos-Inseln und aus den Urwäldern Afrikas mit, aber besonders Furore machte er mit Beob achtungen in der Heimat. Zum Beispiel filmte er einen Specht in einer Baumhöhle. Seine „Expeditionen ins Tierreich“ liefen im Fernsehen 31 Jahre lang. 1994 gründete er mit seiner Frau Inge die nach ihm benannte Naturschutz-Stiftung.


 

Naturpark Dahme-Heideseen

Die über 100 Seen und endlos scheinenden Wälder geben dem knapp 600 km2 großen Naturpark Dahme-Heideseen sein Gesicht. Der Fluss Dahme schlängelt sich vom Niederlausitzer Landrücken durch das Schenkenländchen. Die Heide, das sind Dünen und sandige Kiefernwälder. Der „Salzweg“ – hier gibt es auch einen jederzeit zugänglichen Aussichtstturm – führt zu den Binnensalzstellen rund um Storkow. Salzhaltiges Wasser steigt aus tieferen Erdschichten bis an die Oberfläche und lässt Pflanzen wachsen, die sonst nur an Meeresküsten vorkommen.


 


Geschäftsstelle und Tourist-Information Wendisch Rietz Haus des Gastes

Kleine Promenade 1, 15864 Wendisch Rietz
Tel. 033679 64840 und 648420
www.scharmuetzelsee.de
Anfang April bis Ende Okt.:
Mo – Fr 9 –18 Uhr, Sa/So/Feiertage 9 – 16 Uhr
Anfang Nov. bis Ende März:
Mo – Fr 9 –12.30 Uhr und 13 –16 Uhr


Tourist-Information Bad Saarow  

Bahnhofsplatz 4, 15526 Bad Saarow
Tel. 033631 438380
www.scharmuetzelsee.de
Anfang April bis Ende Okt.:
Mo – Fr 9 –18 Uhr, Sa/So/Feiertage 9 – 16 Uhr
Anfang Nov. bis Ende März:
Mo – Fr 9 –12.30 Uhr und 13 –16 Uhr, Sa/So/Feiertage 10 –15 Uhr


Tourist-Information Storkow (Mark) in der Burg Storkow

Schloßstr. 6, 15859 Storkow (Mark)
Tel. 033678 73108
www.storkow-mark.de
Burg, Ausstellung und Tourist-Information:
April – Okt.: tägl. 10 –17 Uhr und
Nov.– März: tägl. 11 –16 Uhr
Burgstübchen: tägl. 11 – 17 Uhr
Besucherzentrum des Naturparks Dahme-Heideseen: Dauerausstellung „Mensch und Natur – eine Zeitreise“


Fahrradausleihe Ferienpark Scharmützelsee

Strandstr. 10, 15864 Wendisch Rietz
Tel. 033679 6060 oder 0162 2109152
www.ferienpark-scharmuetzelsee.de
Anfang Mai bis Ende Oktober: tägl. 9 –12 Uhr und 13 –17 Uhr


Fahrradverleih Bad Saarow

Golmer Str. 6b, 15526 Bad Saarow
Tel. 033631 58800
www.home-of-bikes.de
Mo – Fr 9 –18 Uhr, Sa/Sa 10 –13 Uhr, Feiertage 10 –13 Uhr


Sielmanns Naturlandschaft

Groß Schauener Hauptstr. 31
15859 Storkow OT Groß Schauen
www.sielmannstiftung.de  
tägl. 9 –17 Uhr, freier Eintritt


SaarowTherme

Am Kurpark 1, 15526 Bad Saarow
www.therme.bad-saarow.de
So – Do 9 – 21 Uhr, Fr/Sa 9 – 23 Uhr


SATAMA Sauna Resort & SPA GmbH

Strandstr. 12, 15864 Wendisch Rietz
www.satama-saunapark.de
Mo – So 9 – 23 Uhr, außer 24. Dez.


TeamImpuls Kletterwald

Seestr. 47, 15526 Bad Saarow
www.kletterwald-badsaarow.de
Anfang April bis Ende Oktober:
Wochenenden, Schulferien, Feiertage:  
tägl. 10 – 20 Uhr, sonst Mi – Fr 14 –19 Uhr


Naturpark Dahme-Heideseen  

Tel. 033768 9690
www.dahme-heideseen-naturpark.de

 

Der Ausflugstipp auf dieser Seite stammt aus unserer Broschüre "Schöne Aussichten".

Diese und weitere Broschüren und Tipps finden Sie auf unserer Ausflugsseite.