VON RUHLSDORF-ZERPENSCHLEUSE DEN FINOWKANAL ENTLANG

Die Heidekrautbahn bringt uns zum Finowkanal. Mehrere Schleusen, dichter Wald und das spannende Luftfahrtmuseum Finowfurt versprechen viele Natur- und Technik-Erlebnisse.

Die rund 13 Kilometer lange Wanderung nach Finowfurt führt ein gutes Stück direkt am Finowkanal entlang, und zwar auf dem Oder-Havel-Radweg, der mit blauem Boot auf weißem Grund gut ausgeschildert ist. Wenn Radelnde und Wandernde gegenseitig Rücksicht nehmen, können alle die tollen Sichten auf das Wasser genießen. Doch bevor wir dem Lauf des Kanals folgen, geht es vom Bahnhof ein paar Meter auf der Straße Am Kastanienhof und über die L31 zur wohl spektakulärsten Stelle am Wasser: Hier kreuzen sich der 400 Jahre alte Finowkanal und der etwas über 100 Jahre alte „große Bruder“, der Oder-Havel-Kanal. Dieser Platz gibt den Blick frei auf den Neubau der Zerpenschleuse, die dem Ort einst den Namen gab, und das Hafendorf.

Es ist noch gar nicht so lange her, da ließ sich der Finowkanal, die älteste noch schiffbare Wasserstraße Deutschlands, selbst für Kanuten nicht mehr passieren. Er war an einigen Stellen zugeschüttet, denn nach dem Bau des viel größeren Oder-Havel-Kanals wurde er nicht mehr gebraucht. Vor wenigen Jahren aber ließ man mit viel Aufwand die Hindernisse beseitigen und seither ist das Gewässer auf seinen 32 Kilometern Länge wieder für Boote befahrbar. Gleichzeitig wurden die Uferwege, meist frühere Treidelwege, zu attraktiven Strecken – wie der straßenbegleitende Wanderweg Am Finowkanal. Wasservögel rasten am Ufer, Ruderer ziehen gemächlich vorüber. Vor der Schleuse Ruhlsdorf zweigt der Werbellinkanal Richtung Norden zum Werbellinsee ab. Es folgt ein Abschnitt des Oder-Havel-Radwegs durch stille Natur: Links liegt der Finowkanal, rechts dehnen sich Felder aus. Nach rund fünf Kilometern erreichen wir Marienwerder und die Schleuse Leesenbrück.
Sie ist Schauplatz des jährlichen Sommer-Musikevents „Inselleuchten“. Dann führt die Route weg vom Kanal durch Wald und auf dem Grafenbrücker Weg zur gleichnamigen Schleuse. An einer Kreuzung lädt das Gasthaus „Der Schleusengraf“ mit urigem Biergarten zur Rast. Das Feldsteinhaus beherbergte einst die königlich-preußische Wasserbaudirektion und gilt als ältestes Amtsgebäude Deutschlands. Gut gestärkt geht es in Richtung Süden durch den Wald. Sumpfland macht allerdings eine weite Kurve erforderlich – das Radweg-Logo weist den Weg. Dieser trifft mitten im Wald auf die wenig befahrene Biesenthaler Straße, die nach links über die Autobahn A11 nach Finowfurt führt.

Kurz vor dem Ort weisen Schilder zum Luftfahrtmuseum an der Westseite des Flugplatzes Finow, einst sowjetischer Militärflugplatz. Heute dient ein Teil des Geländes der Energiegewinnung mit Solarmodulen. Das Luftfahrtmuseum zeigt beeindruckende Militärflugzeuge der sowjetischen Streitkräfte, Passagier- und Agrarflugzeuge aus DDR-Zeit, Hubschrauber und jede Menge Fahrzeuge. Die Ausstellungen berichten über die Luftfahrtgeschichte Brandenburgs und die Entwicklung der Luftfahrttechnik. Fliegerschicksale lassen die Schrecken des Zweiten Weltkrieges lebendig werden. Auf dem Geländemfinden auch Events statt wie das Ostfahrzeugtreffen und das Roadrunner‘s Race 61.

Zurück geht es wieder auf die Biesenthaler Straße, jetzt jedoch in nördliche Richtung. Die Straße führt nach Finowfurt, einem traditionellen Flößerdorf. Am ersten Juli-Wochenende gibt es ein großes Flößerfest mit Floßfahrten. An der Haltestelle Finowfurt Post hält der Bus der Linie 910, der montags bis freitags alle halbe Stunde und am Wochenende alle zwei Stunden verkehrt und uns in gut 20 Minuten zum Hauptbahnhof Eberswalde bringt.


Gasthaus Der Schleusengraf

Grafenbrücker Weg 4, 16348 Marienwerder
Tel. 0172 5331991
www.derschleusengraf.de
April – Okt. täglich ab 10 Uhr


Luftfahrtmuseum Finowfurt

Museumsstraße 1, 16244 Schorfheide OT Finowfurt
Tel. 03335 7233  
www.luftfahrtmuseum-finowfurt.de
1. April – 31. Okt. täglich 10 – 17 Uhr

 

Der Ausflugstipp auf dieser Seite stammt aus unserer Broschüre "TraumhaftSchöne Aussichten".

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