Infrastruktur

Nach den Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten bis Ende 2010 präsentiert sich die Heidekrautbahn als eine moderne Regionalbahn. Über 24 Millionen Euro hat die NEB in die Sanierung und Modernisierung des Streckennetzes investiert. Neben rund acht Millionen Euro Eigenmittel der Gesellschaft sind in diesem Betrag Fördermittel des Landes Brandenburg sowie gesetzliche Mittel gemäß Eisenbahnkreuzungsgesetz und Wasserstraßengesetz enthalten.
Zu diesen Maßnahmen gehören neben dem Ausbau der Bahnhöfe und Haltepunkte der grundhafte Ausbau und die Sanierung der Gleisanlagen, die Installation neuer Leit- und Sicherungstechnik, die technische Sicherung der Bahnübergänge, der Neubau barrierefrei zugänglicher Bahnsteige und die Ausstattung von 10 Bahnhöfen mit einem dynamischen Informationssystem sowie der Neubau und die Sanierung von Eisenbahnbrücken.
Nach wie vor ist es eines der wichtigsten Ziele der NEB, die Region des Niederbarnim und der Schorfheide wieder auf direktem Weg mit Berlin zu verbinden. Der durch den Mauerbau unterbrochene südliche Streckenast soll wieder aufgebaut werden, um den künftigen Endpunkt Wilhelmsruh zu erreichen. Entsprechende Vorarbeiten dafür hat die NEB bereits geleistet. Leider konnten sich die Länder Berlin und Brandenburg bis heute nicht für den Wiederaufbau dieser Strecke und für die Bestellung von Verkehrsleistungen entschließen. Bisherige Angebote und Initiativen sind von den Ländern Berlin und Brandenburg nicht unterstützt worden.

 

Modernisierungsprogramm von 1999 bis 2010

Am 19. Januar 1999 begannen die umfassenden Modernisierungsmaßnahmen mit der Sprengung der baufälligen Eisenbahnbrücke über die Oder-Havel-Wasserstraße bei Zerpenschleuse. Am 25. September 1999 wurde die Brücke im Rahmen eines Bahnhofsfestes eingeweiht und der Fahrbetrieb nach einjähriger Pause planmäßig zwischen Klosterfelde und Groß Schönebeck wieder aufgenommen.

 

Das Modernisierungsprogramm umfasst neben dem Brückenbau im Einzelnen:

Grundhafter Ausbau und Sanierung der Gleisanlagen

Der Oberbau der gesamten Strecke von rund 34 Kilometer zwischen Berlin-Karow und Groß Schönebeck sowie der Oberbau der Strecke zwischen Basdorf und Wensickendorf mit 5,7 Kilometern wurden durchgearbeitet. Davon war auf über zehn Kilometern eine vollständige Gleiserneuerung notwendig. Abschnittsweise musste auch der Unterbau erneuert werden. Die Gleisanlagen der Bahnhöfe Schönerlinde, Basdorf, Wandlitz, Klosterfelde und Groß Schönebeck sowie Zühlsdorf und Wensickendorf wurden ebenfalls vollständig erneuert und den veränderten Bedingungen angepasst. Hierfür mussten rund 9,2 Mio. Euro aufgewendet werden.


Ausbau der Bahnhöfe und Haltepunkte

Alle 10 Bahnsteige zwischen Berlin-Karow und Groß Schönebeck sowie die Bahnsteige Zühlsdorf und Wensickendorf auf dem Streckenabschnitt nach Schmachtenhagen wurden neu gebaut. Sie entsprechen in ihren Gestaltungen den Anforderungen des Landes Brandenburg. Alle Bahnsteige verfügen über einen barrierefreien Zugang sowie Wartehäuschen. Die Bahnsteige haben eine einheitliche Höhe von 76 cm und ermöglichen einen stufenlosen Einstieg in unsere Fahrzeuge Zusätzlich wurde ab 2009 auf den Bahnhöfen der Heidekrautbahn (NE27) zwischen Groß Schönebeck und Schönerlinde (mit Ausnahme der Bedarfshalte Klandorf und Lottschesee) ein dynamisches Fahrgastinformationssystem installiert. Vorteil für die Reisenden: sie erhalten exakte Informationen zu den Fahrzeiten und aktuelle Statusberichte bei außerplanmäßigen Verspätungen.
Insgesamt wurden für den Ausbau der Bahnhöfe und Haltepunkte 2,99 Mio. Euro aufgewendet. Zeitgleich mit den Maßnahmen der NEB haben die Gemeinde Wandlitz in den Ortsteilen Wandlitz, Basdorf und Klosterfelde, die Gemeinde Mühlenbecker Land in Zühlsdorf und die Stadt Oranienburg in Wensickendorf die Bahnhofsvorplätze umgestaltet und attraktive P+R-Anlagen geschaffen. ln Wandlitz, Wandlitzsee, Klosterfelde, Zühlsdorf, Wensickendorf und Groß Schönebeck wurden darüber hinaus Bushaltestellen unmittelbar am Bahnsteig angelegt und damit die Möglichkeit zu einem direkten Umsteigen zwischen Bahn und Bus geschaffen. 


Leit- und Sicherungstechnik

Die vier mechanischen bzw. elektromechanischen Stellwerke mit dem technischen Stand der fünfziger Jahre wurden durch eine computergestützte Leit- und Sicherungstechnik ersetzt. Des Weiteren erfolgte im Jahr 2001 die Einführung des Funkleitbetriebes. Mit den dafür investierten 2,2 Mio. Euro wurden die Voraussetzungen für eine rationelle Betriebsdurchführung geschaffen.


Technische Sicherung der Bahnübergänge

Zur Verbesserung der Sicherheit sowie zur Geschwindigkeitserhöhung erfolgte die technische Sicherung von 15 niveaugleichen Kreuzungen von Schiene und Straße. Davon wurden 5 Übergänge erstmals gesichert, während an 11 Übergängen die veralteten Anlagen durch moderne zugbediente Anlagen ersetzt wurden. Dafür wurden 4,8 Mio. Euro aufgewendet.
Im Ergebnis konnte zum 13.10.2002 die Streckengeschwindigkeit zwischen Berlin-Karow und Groß Schönebeck durchgängig von 5o km/h auf 8o km/h erhöht werden. Die Fahrzeit verringerte sich damit von 81 Minuten (mit Umsteigen in Klosterfelde) auf nunmehr 41 Minuten. Nach dem Ausbau des Streckenabschnittes zwischen Basdorf und Wensickendorf konnte auch hier die Erhöhung der Streckengeschwindigkeit von 50km/h auf 80km/h erreicht werden.

 

Downloads

Hier können Sie sich die aktuellen Infrastrukturnutzungsverträge der Niederbarnimer Eisenbahn AG herunterladen.